Pflanzen & Düfte
Mit allen Sinnen

Pflanzen begleiten mich schon, solange ich denken kann. Als Kind waren der große Garten, Kräuter zum Trocknen im Hausflur und eine passende Teemischung bei Erkältungen für mich einfach selbstverständlich. Erst später habe ich gemerkt, dass es das gar nicht ist.
Geblieben ist meine Neugier. Ich möchte Pflanzen kennenlernen, an ihnen riechen, sie beobachten und verstehen, was in ihnen steckt und was sich daraus machen lässt. Und vielleicht erklärt das auch, warum ich beim Spazierengehen schon wieder stehen geblieben bin, während alle anderen längst weitergehen.

Wo alles angefangen hat
Ein Garten voller Erinnerungen
Meine Kindheit auf einem Bauernhof in Südtirol bedeutete auch einen großen Garten mit Gemüse und Kräutern und wunderschönen alten Obstbäumen. Im Sommer wuchs vieles direkt vor unserer Haustür, was später auf unserem Teller landete.
Ich habe meiner Mutter gerne im Garten geholfen. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Nachmittage, an denen wir gemeinsam Kamillenblüten gepflückt haben – inklusive unzähliger Mückenstiche. Auch Wildkräuter haben wir gesammelt und zum Trocknen im Hausflur ausgebreitet, sodass es im ganzen Haus nach Schafgarbe, Brennnessel, Lindenblüten und Sommer roch.
Damals war das für mich nichts Besonderes. Genauso wenig wie Tomatensauce für den Winter einzukochen, Gemüse einzulegen oder ein Glas Weichselkirschen zu öffnen und damit mitten im Winter für einen Moment wieder im Sommer zu sein.
Heute lebe ich in Wien ohne Garten – und vermisse ihn ziemlich. Wildkräuter sammle ich trotzdem jedes Jahr. Inzwischen entstehen daraus nicht nur Tees, sondern auch Mazerate, Oxymel, Tinkturen oder Räucherwerk. Und auf unserem Fensterbrett versuchen wir uns hartnäckig an Gemüse. Die Chilis haben sich bisher als eindeutig kooperativste Mitbewohner erwiesen.
Pflanzenwissen
Kennenlernen statt nur kennen
Ich beschäftige mich schon lange mit Pflanzen und könnte trotzdem keine hundert Wildkräuter bestimmen. Ich mag es, eine Pflanze über längere Zeit kennenzulernen. Zu beobachten, wann sie austreibt und blüht, wie ihre Blätter aussehen, wo sie gerne wächst und wie sie riecht. Ich möchte wissen, wie sie traditionell verwendet wurde, welche Inhaltsstoffe wir heute kennen und was sich aus ihr herstellen lässt. Lieber wenige Pflanzen wirklich kennenlernen als möglichst viele nur dem Namen nach.
Vielleicht bleibe ich deshalb beim Spazierengehen so oft irgendwo stehen und schaue genauer hin. Mich fasziniert, was Pflanzen alles können – und dass vieles davon einen ganz anderen Zweck hat, als wir Menschen vielleicht zuerst vermuten. Ätherische Öle beispielsweise dienen ihnen unter anderem zur Kommunikation, zum Schutz oder dazu, Bestäuber anzulocken.
Düfte & Aromapraxis
Eine ziemlich alte Liebe
Meine erste Begegnung mit ätherischen Ölen begann mit einer Duftlampe in einem Schaufenster, an der ich als Teenager regelmäßig hängen geblieben bin. Irgendwann habe ich sie meiner Mama zu Weihnachten geschenkt – zusammen mit Orangenöl. Wie viel davon wirklich Geschenk und wie viel Eigennutz war, lässt sich heute nicht mehr ganz rekonstruieren.
Ich liebte die Wärme der Kerze und den herrlich süßlichen, heimeligen Orangenduft. Noch heute bringt mich der Duft von Orange genau dorthin zurück. Genauso erinnert mich Mandarine an die Vorweihnachtszeit und das Nikolosackerl und Pfefferminze an den Hugo mit Freund:innen an lauen Sommerabenden. Vielleicht interessiert mich auch deshalb nicht nur, was wir riechen, sondern wie unterschiedlich wir Düfte wahrnehmen und was wir mit ihnen verbinden.
Die kleinen Fläschchen gerieten danach für einige Jahre wieder etwas in Vergessenheit. Ich habe in dieser Zeit eher das Räuchern für mich entdeckt, bis ich Jahre später begann, meine eigene Hautpflege zu rühren und damit auch wieder zu den ätherischen Ölen zurückfand. Aus Interesse entstand irgendwann der Wunsch, wirklich zu verstehen, womit ich da eigentlich arbeite. Deshalb habe ich die Ausbildung zur Dipl. Aromapraktikerin gemacht und mich intensiv mit ätherischen Ölen, ihren Inhaltsstoffen, ihrer Qualität und ihrer sicheren Anwendung beschäftigt. Und je mehr ich darüber lerne, desto spannender finde ich diese wertvollen Pflanzenessenzen – und desto wichtiger wird für mich ein bewusster Umgang mit ihnen. Natürlich bedeutet nicht automatisch harmlos und mehr ist gerade bei ätherischen Ölen keineswegs immer mehr.

Bei RootFlow
Am liebsten miteinander
Pflanzen, Düfte und Yoga sind für mich keine getrennten Welten. Für mich ergänzen sie sich ganz natürlich.
Ein erstes Zuhause hat diese Verbindung bereits in meinem Aroma Flow gefunden. Dort verbinde ich Yoga mit ausgewählten Düften, die das jeweilige Thema der Stunde begleiten. Nicht einfach, damit es gut riecht, sondern bewusst ausgewählt und in die Praxis eingebettet. Auch Jahreszeiten, Pflanzen und kleine Impulse aus der Natur finden dabei immer wieder ihren Platz.
Und dabei soll es nicht bleiben. Ich möchte hier nach und nach mehr von dem teilen, womit ich mich beschäftige, was ich lerne und ausprobiere – ohne den Anspruch, auf alles eine Antwort zu haben. Ein paar Ideen dafür gibt es schon. Bis sie reif sind, brauchen sie aber noch ein bisschen Zeit.
